Lee Hazlewood - Cake Or Death

LEE HAZLEWOOD
"Cake Or Death"

Darf man einen Mann kritisieren, der aktuell sein letztes Studio-Album vorlegt und auch noch schwer krank ist? Man sollte zumindest etwas milder sein, doch ähnlich wie bei Johnny Cash's Spätwerk braucht man sich bei Lee Hazlewood's Album "Cake Or Death" diese Frage nicht zu stellen. Hier tritt wohl einer der unterschätztesten und eigenwilligsten amerikanischen Songwriter mit einem echten Highlight ab. "Cake Or Death" (zu deutsch "Kuchen oder stirb") scheint da ein leider allzu passender Album-Titel zu sein, denn Mr. Hazlewood ist leider unheilbar an Krebs erkrankt. Wer mit dem Album jedoch eine kleine Werkschau auf sein abenteuerliches Leben erwartet liegt falsch, denn mit "Some Velvet Morning" (im Duett gesungen mit seiner Enkelin Phaedra) und "These Boots Are Made For Walkin'" mit der angeblichen Original-Meldodie finden sich lediglich zwei seiner alten Hits auf dem Album. Dagegen finden sich bei Songs wie "Anthem", "Baghdad Knights" und "White People Thing" deutliche Statements gegen die aktuelle Außen- und Innenpolitik seines Heimatlandes wieder. Sein großes Gespür für krude Texte und außergewöhnliche Melodien mit denen er in der Vergangenheit schon namhafte Interpreten wie Nancy und Frank Sinatra oder Dean Martin versorgte wird hier bei Songs wie "She's Gonna Break Some Heart Tonight" (gesungen von Tommy Parsons) wieder einmal deutlich. Seine Duette mit der bezaubernden Lula ("Nothing"), der skandinavischen Sängerin Ann-Kristin Hedmark ("Please Come To Boston") und natürlich Bela B. ("Das erste Lied des Tages") unterstreichen seine Wandlungsfähigkeit. Was hängen bleibt ist die unglaubliche Lässigkeit mit der ein Mr. Hazlewood ein solches Album präsentiert, die sicher nur Menschen gegeben ist, die sämtliche Hoch- und Tiefpunkte mitgemacht haben und den Tod bereits vor Augen haben - sicherlich nicht die einzige Parallele zwischen Lee Hazlewood und Johnny Cash.

Homepage: www.leehazlewood.net

Label: BPX 1992

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